Teilnahme am Coronavirus-Test

Informationen für Teilnehmer/innen

Worum geht es bei dieser Studie?

Das neuartige Coronavirus, wissenschaftlich SARS-CoV-2 genannt, hält uns alle in Atem. Um die Covid19-Pandemie in den Griff zu bekommen, mussten wir uns alle in den letzten Monaten stark einschränken. Nun wird das öffentliche Leben wieder geöffnet. Damit wir das Virus dabei unter Kontrolle halten können, müssen wir rechtzeitig erkennen, wenn irgendwo wieder gehäuft Infektionen auftreten. Dazu müssen wir möglichst viele Personen möglichst unkompliziert auf das Virus testen zu können. Wir erproben ein Verfahren hierzu, und möchten Sie um Ihre Mithilfe bitten.

Wie wird normalerweise auf das Virus getestet?

Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben könnten, werden üblicherweise vom Gesundheitsamt oder ihrem Hausarzt zu einem Rachenabstrich gebeten. Dabei führt eine medizinische Fachkraft ein Abstrichstäbchens (eine Art langes Wattestäbchen) durch den Mund oder die Nase zur Rückwand des Rachens und streicht dort Material (Sekret und Zellen) ab. In einem medizinischen Labor wird die Probe dann auf Vorhandensein von RNA des SARS-Coronavirus 2 getestet. Die dabei verwendete Labortechnik nennt man "qPCR".

Was möchten wir anders machen?

Die Methode, die wir erproben möchten, unterscheidet sich in zwei Punkten:

  1. Wir möchten Speichel statt Rachenabstrich verwenden. Das hat mehrere Vorteile:
    • Ein Rachenabstrich ist ziemlich unangenehm. In ein kleines Gefäß zu spucken ist viel einfacher und angenehmer.
    • Den Rachenabstrich muss eine medizinische Fachkraft durchführen, und Sie müssen dazu in eine Arztpraxis oder zu einer Teststation kommen. Eine Speichelprobe können Sie ganz einfach zu Hause selbst durchführen. In einem Video erklären wir Ihnen, was Sie machen sollen.
  2. Im Labor möchten wir ein anderes Analyse-Verfahren verwenden. Statt des üblichen "qPCR"-Verfahrens erproben wir eine Alternative, die weniger technischen Aufwand erfordert, und "LAMP" genannt wird.

Ist unser Test genauso so gut wie der "offizielle" Test?

Das können wir noch nicht abschließend sagen; daher wollen wir die Methode ja erproben. Bisher können wir folgendes sagen:

Wie läuft die Teilnahme ab?
  1. Sie sollten ein Teströhrchen (kleiner Plastikbecher mit Schraubverschluss) erhalten haben. Es enthält etwas salziges Wasser. (5 ml reines Wasser mit 0.9% Kochsalz.)
  2. Zunächst sollten Sie nun diese Informationen hier lesen und, wenn Sie mit allem einverstanden sind, am Ende der Seite mit einem Mausklick bestätigen, dass Sie teilnehmen möchten.
  3. Auf der nächsten Seite werden wir Sie dann bitten, Ihre Kontaktdaten anzugeben (damit das Gesundheitsamt Sie erreichen kann, falls Sie infiziert sein sollten), sowie den Code, der auf Ihrem Teströhrchen aufgeklebt ist. Ihr Name und Ihre Kontaktdaten werden verschlüsselt so abgespeichert, dass sie uns (dem Team der Universität Heidelberg) nicht zugänglich sind, sondern nur dem Gesundheitsamt, das den Versuch mit betreut.
  4. Dann sehen Sie sich bitte ein kurzes Video an, dass Ihnen zeigt, wie genau sie die Speichelprobe abgeben sollen.
  5. Nun spucken Sie in das Teströhrchen, genau wie im Video gezeigt.
  6. Schließlich senden Sie uns das Röhrchen per Post zu oder geben es an einer Sammelstelle ab. Instruktionen finden Sie auf der Webseite.

Zeitaufwand: Insgesamt sollte Sie das in etwa 15-25 Minuten Ihrer Zeit kosten. (Wenn Sie das Video schon kennen, etwas weniger, und wenn ihr nächste Briefkasten ein weiter Weg ist, etwas mehr.)

Was geschieht, wenn wir in Ihrer Probe das Coronavirus nachweisen können?

Wenn wir mit unserem LAMP-Verfahren das Virus in einer Probe nachweisen können (positives Resultat), dann teilen wir dem Gesundheitsamt den Code auf dem Aufkleber des Teströhrchens mit. Außerdem werden wir das Resultat auch mit der etablierten qPCR-Methode nochmals überprüfen, damit wir keinen falschen Alarm schlagen.

Das Gesundheitsamt kontaktiert Sie dann, und informiert Sie. Typischerweise wird das Gesundheitsamt Sie auffordern, sich in häusliche Quarantäne zu begeben, Sie beraten, und versuchen, mit Ihnen zusammen die Personen zu ermitteln, die Sie angesteckt haben könnten, damit die Übertragung des Virus gestoppt werden kann.

Wir (das Team der Universität) werden Ihre Identität nicht erfahren: nur das Gesundheitsamt hat Zugriff auf die Zuordnung von Codes zu Namen und Kontaktdaten.

Was bedeutet es, wenn wir in Ihrer Probe kein Virus finden?

Sie können das Ergebnis auch selbst auf dieser Webseite abfragen (Link: hier). Auch wenn es negativ sein sollte (kein Virus nachgewiesen), ist das aber keine völlige Entwarnung! Bedenken Sie bitte, dass unser Test nicht perfekt ist und vielleicht (grob geschätzt) nur 60-80% der Infektionen erkennt. Außerdem: auch wenn Sie im Moment der Speichelprobe nicht infiziert waren, heißt das nicht, dass Sie sich nicht vielleicht schon kurze Zeit später infiziert haben könnten. Oder Sie hatten sich bereits kurz vorher infiziert, aber das Virus hatte sich noch nicht hinreichend vermehrt, um in ihrem Speichel nachweisbar zu sein.

Solange das Virus im Umlauf ist, müssen wir alle stets vorsichtig sein, und alle Hygiene- und Abstandsregeln beachten. Ein negatives Testergebnis ändert nichts daran!

Wenn die Studie erfolgreich ist, was nutzt das uns allen?

Sicherlich haben Sie in den Nachrichten über Stadtviertel, Regionen oder Betriebe gehört, in denen das Virus unerwartet wieder aufgeflammt ist. Nachdem einige Personen Symptome zeigten, wurde ihr Umfeld getestet (mit qPCR), und dann festgestellt, dass bereits sehr viele Personen infiziert sind. Daher mussten sich dann eine große Anzahl Personen in Quarantäne begeben, und in ganzen Orten oder Landkreisen wurden die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft. Um dies zu verhindern, müssen wir engmaschiger testen: Zum Beispiel könnten man in einem Ort regelmäßig einen Teil der Bewohner (jede Woche einen anderen Teil) bitten, eine Speichelprobe abzugeben, und je öfter dies gemacht wird, und je mehr Personen teilnehmen, desto größer ist die Chance, einen Ausbruch zu entdecken, solange nur sehr wenige Personen betroffen sind. Ein solches Vorgehen möchten wir hier erproben.

Hier müssen wir abwägen: Sollte man möglichst viele Tests durchführen, auch wenn die einzelnen Tests nicht so genau wie möglich sind, oder sollte man die genauest-möglichen Tests verwenden, auch wenn man dann deutlich weniger Tests machen kann? Falls ersteres die bessere Strategie ist, wird unsere Studie erproben, wie man dies in großem Stil, vielleicht gar für ganz Deutschland, bewerkstelligen könnte.

Wer führt die Studie durch und wer finanziert sie?

Die Studie wird von einem Team der Universität Heidelberg durchgeführt. Eine Liste der beteiligten Wissenschaftler finden Sie hier: [Link einfügen]. Außerdem werden wir von den örtlichen Gesundheitsämtern unterstützt. Diese erhalten die Kontaktdaten und die Ergebnisse und informieren Personen mit positivem Testergebnis.

Die Studie wird finanziert aus Mitteln des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, und aus Mitteln der Universität Heidelberg (also somit indirekt von Ihnen allen, den steuerzahlenden Bürgern des Landes Baden-Württemberg. Vielen Dank.)

Was nutzt die Teilnahme Ihnen selbst?

Falls Sie tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert sind, besteht eine gute Chance (aber leider keine Sicherheit), dass der Test dies auch feststellt. Wenn Sie wissen, dass Sie infiziert sind, können Sie sich in häusliche Quarantäne begeben, und so Ihre Familie, ihre Freunde, Kollegen und Mitmenschen vor Ansteckung schützen. Außerdem wissen Sie vielleicht etwas früher als sonst, was Ihnen fehlt, falls die Krankheit schwerer verlaufen sollte.

Wenn das Testergebnis negativ ist, kann Ihnen dies aber leider keinen "Freibrief" geben, die Abstands- und Hygieneregeln nun weniger ernst zu nehmen, denn der Test kann eine Infektion nicht sicher ausschließen.

Birgt die Teilnahme Risiken für Sie?

Die Abgabe eine Speichelprobe birgt keinerlei körperliche Risiken für sie. Das Probengefäß ist mit steriler Kochsalzlösung gefüllt, sein Inhalt ist also ungefährlich.

Wer soll teilnehmen?

Jeder, dem ein Teströhrchen ausgehändigt wird, ist gebeten, an der Studie teilzunehmen. Die Verteilung der Teströhrchen wird typischerweise durch das Gesundheitsamt organisiert, bzw. an eine Abgabestelle delegiert. Voraussetzung für die Teilnahme ist auch, dass Sie erklären, dass Sie sich durch die hier vorliegenden Erläuterungen ausreichend informiert fühlen, und mit dem beschriebenen Vorgehen einverstanden sind.

Wie gewährleisten wir den Schutz Ihrer Daten?

Wir (das Team der Universität Heidelberg) arbeiten nur mit den Teströhrchen und identifizieren Sie, die Probanden, nur über die auf den Teströhrchen aufgeklebten Codes. Das nennt man Pseudonymisieren. Pseudonymisierung bedeutet, dass die erhobenen Daten anstatt des Namens/Geburtsdatums etc. mit einem Nummern-/Buchstabencode gekennzeichnet werden. Das Gesundheitsamt hingegen hat Zugriff auf die Daten, die Sie auf der Webseite eingeben (Ihr Name, Ihre Adresse, Ihre Telefonnummer und/oder Ihre eMail-Adresse), und kann diese Daten dem Code ihres Teströhrchens zuordnen. Das ist erforderlich, da Covid19 eine meldepflichtige Krankheit ist: das Gesundheitsamt muss über die Identität Infizierter informiert werden. Daher teilen wir dem Gesundheitsamt die Codes aller positiven Proben mit, so dass es dann die Infizierten kontaktieren und weitere Maßnahmen einleiten kann.

Der Webserver, auf dem Sie Ihre Daten eingeben, ist so aufgesetzt, dass nur klar bestimmte Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, nicht aber wir (die Wissenschaftler der Universität Heidelberg) Zugriff auf Namen und Kontaktdaten der Probanden haben.

Die Stelle, die Teströhrchen ausgibt, darf nicht nach ihrem Namen fragen und darf keine Aufzeichnungen anfertigen, die die Codes auf den Teströhrchen mit den Namen der Probanden verknüpft. Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich die ausgebende Stelle den Code Ihres Teströhrchens und Ihren Namen notiert haben, informieren Sie uns bitte unbedingt.

Weitere Informationen zum Datenschutz

Alle datenschutzrechtlichen Bestimmungen werden eingehalten, ebenso die Regelungen zur medizinischen Schweigepflicht, im Kontext des Infektionsschutzgesetzes. Während der Studie werden keine medizinischen Befunde und nur der Code Ihres Teströhrchens sowie die Angabe der Kontaktanschrift von Ihnen erhoben. Diese werden in einer Datenbank, die nur dem Gesundheitsamt zugänglich ist, gespeichert. Zusätzlich werden Informationen erhoben, die mit dem ausgegebenen Code auf dem Teströhrchen verknüpft sind. Diese sind: Ausgabeort des Teströhrchens und Ausgabedatum des Teströhrchens.

Für die Studie wichtigen statistischen Daten werden vom Gesundheitsamt anonymisiert und an die Organisatoren der Studie weitergegeben. Die Studienleitung wird alle angemessenen Schritte unternehmen, um den Schutz Ihrer Daten gemäß den Datenschutzstandards der Europäischen Union zu gewährleisten. Die Daten sind gegen unbefugten Zugriff gesichert. Eine Entschlüsselung erfolgt nur durch das Gesundheitsamt. Die während der Studie erhobenen Daten werden nach Studienabschluss vernichtet.

Sie haben das Recht, vom Verantwortlichen (s.u.) Auskunft über die von Ihnen gespeicherten personenbezogenen Daten zu verlangen. Ebenfalls können Sie die Berichtigung unzutreffender Daten sowie die Löschung der Daten oder Einschränkung deren Verarbeitung verlangen.

Verantwortlich für die studienbedingte Erhebung personenbezogener Daten ist das Gesundheitsamt, sowie wir, das Team der Universität Heidelberg; hier spezifisch Dr. Simon Anders.

Bei Anliegen zur Datenverarbeitung und zur Einhaltung der datenschutzrechtlichen Anforderungen können Sie sich an den Datenschutzbeauftragten des Gesundheits- oder Landratsamts wenden. Für Test-Aktionen, die über das Gesundheitsamt des Rhein_Neckar-Kreises organisiert werden, ist dies:

Im Falle einer rechtswidrigen Datenverarbeitung haben Sie das Recht, sich bei folgender Aufsichtsbehörde zu beschweren:

Ist die Teilnahme freiwillig? Können Sie Ihre Zustimmung widerrufen?

Die Teilnahme ist freiwillig. Wenn Sie nicht teilnehmen möchten, füllen Sie einfach das Webformular nicht aus und werfen Sie das Teströhrchen weg oder geben Sie es jemand anderem der sich testen lassen möchte. Eine Teilnahme ist gratis. Wenn Sie bereits Ihre Einwilligung gegeben haben und auch das Teströhrchen abgegeben haben und jetzt Ihre widerrufen möchten, wenden Sie sich bitte an die Studienleitung. Eine Kontaktemail finden Sie auf der Webseite. Bei einem Widerruf werden Ihre persönlichen Daten gelöscht, so dass das Ergebnis Ihrer Probe Ihnen nicht mehr zugeordnet werden kann. Bei Rücktritt von der Studie kann auf Wunsch bereits gewonnenes Material vernichtet werden. Sollte Ihre Probe aber bereits analysiert worden sein, z.B. weil Sie sich zu spät gemeldet haben, und der Test sollte sich als positiv erweisen, werden wir den Code der Probe dennoch an das Gesundheitsamt übermitteln, da wir aufgrund der Meldepflicht dazu verpflichtet sind.

Haben Sie noch Fragen?

Für weitere Informationen sowie für Auskünfte über allgemeine Ergebnisse und den Ausgang der Studie steht Ihnen als Leiter der Studie Herr Prof. Michael Knop (m.knop@zmbh.uni-heidelberg.de, Tel. 06221 54-6800) oder auch Herr Dr. Simon Anders (s.anders@zmbh.uni-heidelberg.de, Tel. 06221 54-6800) zur Verfügung.

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